Das Wesen der Dinge und der Liebe


Das Wesen der Dinge und der Liebe handelt von dem Leben der Alma Whittaker, eine fiktive Person die den Thesen von Charles Darwin auf der Spur ist.

Die junge Alma wird in den Schoß zweier wissbegieriger und kluger Menschen geboren. Als einziges Kind des Ehepaares Whittaker fehlt es Alma an nichts. Ihr Vater wurde durch Pflanzenhandel reich und investiert in allen Bereichen der Botanik, was im zum reichsten man Philadelphias machte. Henry und Beatrix liesen Alma eine umfangreiche Ausbildung zukommen, was zur damaligen Zeit höchst ungewöhnlich für eine Frau ist. Aber Alma geht auch völlig in dem Wissen der Welt auf, besonders die Botanik hat es ihr angetan. Ihre Welt wurde so errichtet das Alma ohne Freunde aufwächst, selbst als ihre Eltern ein Mädchen adoptieren ändert sich nichts. Beide Kinder wurden zu perfekt dressierten Lexika mit Manieren dressiert, völlig außerstande persönliche Beziehungen einzugehen. Doch dann tritt Retta in das Leben der Beiden und lässt sie die Gunst der Freundschaft kennenlernen. Denn Retta ist ein verträumtes, lebensfrohes Mädchen, das sich nimmt was es möchte - und das war in diesem Fall die Freundschaft zu Alma und Prudence. Während die Jahre vergehen heiraten Retta und Prudence, und Alma bleibt allein in der Villa mit ihrem Vater zurück. Doch Alma findet einen Sinn im Leben, zumindest eines dass die endlosen Jahre des Lebens ausfüllt - die Moose. In ihnen und mit ihnen ergründet sie das Wesen der Dinge und lernt mit Ambrose die Liebe kennen.

Ein ungewöhnliches Werk

Wo soll man da nur Anfangen? Elizabeth Gilbert hat mit "Das Wesen der Dinge und der Liebe" einen anspruchsvollen Roman geschaffen, der für mich zwar dieses war, aber kaum berührt hat. Alma scheint zwar eine stark junge Frau, die kein leichtes Los hat, aber Mitleid darf man aus Sicht der Autorin wohl nicht haben. Denn Alma scheint laut ihr wohl an allem selbst Schuld zu sein und ihre Hässlichkeit wird von Frau Gilbert auch immer wieder hervorgehoben. Durch ihren eigenwilligen Schreibstil, der alles vorschreibt was der Leser denken und meinen soll, ist eigenständiges Denken überflüssig und wohl auch nicht erwünscht. Dies lässt die Geschichte zum größten Teil Tod wirken, da Alma, Prudence und Co. einfach leblos dahin plätschern. Elizabeth Gilbert hat für meinen Geschmack es einfach nicht geschafft den Figuren Leben einzuhauchen und auch das ganze Konzept wirkt schlicht und einfach schwammig. So wie sie beim Alma beschreibt das diese Seiten aus ihrer großen Abhandlung rausreißt, um neu zu beginnen, weil sie merkte das sie vom Thema abkommt.. naja, genau das scheint Frau Gilbert nicht getan zu haben. Ich habe mir viel von dem Buch erhofft, vielleicht lag darin der Fehler. Ich habe mit einem anspruchsvollen, abenteuerlichen Roman gerechnet und entdeckt darin nur ein großes Etwas. Die ständigen und ewigen Aufzählungen sind für mich sehr ermüdend gewesen. Ehrlich! Sie waren so ermüdend das ich einmal dabei sogar eingeschlafen bin! Und das ist bisher noch nie passiert! Nicht mal bei "Die Schicksalsgabe", was bei weitem kein Genuss war. Aber man muss der Autorin auch zu gute halten, das sie einem viele Einblicke gibt. Es werden bei dieser rein fiktiven Geschichte viele namenhafte Persönlichkeiten seiner Zeit genannt, sowie deren Stellungen. Auch das Thema Moos und die Sicht der Welt (der damaligen Zeit) wird veranschaulicht. Alles in allem würde ich dennoch sagen das man beim Leben der Alma Whittaker doch gradliniger, anschaulicher, persönlicher hätte vorgehen können. Denn für mich liest sich das Buch so wie ein Schulbuch für Geschichte - zuggebombt mit Fakten, aber ohne Charme.


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