Die Perlen der Wüste


Normalerweise kommt ein Fazit am Ende, doch diesmal muss ich es einfach an den Anfang setzten. Denn so schön sich die Geschichte lesen lässt und wie toll die geschichtlichen Szenen auch sind, die Autorin hat meiner Meining nach für einen Mehrteiler und auch im Allgemeinen einen großen Fehler begangen. Wer den ersten Teil kennt, weis um das tragische Schicksal von Mirijam und welche Beziehung sie zu bestimmten Personen hat. Ich habe schon viele Mehrteiler gelesen und da wurde immer eine Verknüpfung zur Vorgeschichte eingebaut, was einfach harmoischer ist. Doris Cramer hat das komplett vergessen. Mirijams liebevoller Ziehvater wurde nebenbei als netter Mann beschrieben von dem sie das Purpurwissen hat. Ihr Jugendfreund sowie ihre Haushälterin bzw. Ziehmutter, die keine völlig unbedeutsamen Rollen gespielten,  wurden gar nicht erwähnt so als hätten sie nicht existiert obwohl sie laut Ende des ersten Romans quasi bei ihr wohnten. Ich finde so wichtige Charaktere sollten, doch zumindest mal erwähnt werden. Auch während der Geschichte hat man immer wieder das Gefühl dass die Autorin ihre eigenen Darsteller vergisst. Denn die Begeleitung von Sarah wird mal erwähnt, dann wieder vergessen und 50 Seiten später ist sie plötzlich wieder bei ihr. Das hat mich wirklich gestört und auch geärgert. Aber das sind nur meine persönlichen Eindrücke. Ihr solltet, trotz der vielleicht harten Kritik euch ein eigenes Bild machen wenn euch das Grundkonzept interessiert. Denn die Geschichte an sich war schön und gut ausgearbeitet. Man bekommt tolle Einblicke in Leben und Geschichte der Marokkaner. Und man sieht was für Fehler jemand machen muss bis er selbst merkt das er Fehler gemacht hat. Also lest noch den nachfolgenden Teil. Ich hoffe sehr ich habe euch nicht völlig abgeschreckt.

Wer kennt das nicht? Als junge Frau muss man erst gewaltig danneben greifen bis man den richtigen findet. So und nicht anders ist es auch bei Sarah, die Tochter von Mirijam und Miguel um die es im ersten Teil geht. 

Sarah ist jung, unbeschwert, verträumt und macht gern was sie möchte. Einzig in der Perlenstickerei findet sie zu einem erwachsenen Wesen. Ihr Vater ist Kapitän und daher oft lange auf Reisen. Ihre Mutter betreibt erfolgreich eine Purpurfärberei, die sie im ersten Teil der Saga mit Ihrem Ziehvater aufgebaut hat. Sarah hat allerdings kein Interesse an der Arbeit Ihre Eltern, ist sie aber die einzige Erbin.. Sarah hat einfach Ihren eigenen Kopf und das zeigt sie Ihren Eltern auch prompt als der venezianische Kapitän Marino in Ihr Leben tritt. Ihr Vater lernte Ihn auf einer Reise kennen und sahnte einen Brief mit Marino, in dem er Kund gibt das er Marino für einen geeigneten Ehemann hält. Sarah die mit Männern vorher nichts am Hut hat, ist hin und weg als sie davon erfährt. Sie wirft sich Marino förmlich an den Hals und glaubt an die große Liebe. Was sie nicht ahnt ist das Marino ein Spiel mit ihr spielt. Er ist nur daran interessiert das Purpurrezept Ihrer Mutter in die Finger zu bekommen. Mirijam ahnt ihrerseits das Marino etwas im Schilde führt und kein Umgang für Ihre Tochter ist, doch die will davon nicht wissen. Als Marino das Rezept von Sarah ergattert macht er sich schnurstracks zurück auf den Weg nach Venedig und lässt Sarah ohne eine Antwort zurück. So blind sie doch ist packt sie nachts Ihre Sachen und flieht mit Ihrer Dienerin aus dem Elternhaus in Richtung Venedig. Ihre fleißige und immer an der Seite stehende Dienerin ahnt welches Unheil Marino noch über Ihre Herrin gebracht hat. Auf dem Weg Richtung Venedig durchqueren die beiden Frauen die Wüste und treffen auf den jungen Berberfürsten Said. Er ist ein netter gutaussehender junger Mann der sich der beiden Frauen annimmt und sie an einen Hafen geleitet über den sie nach Venedig gelangen. In Venedig selbst merkt Sarah erst wie dumm ihre Aktion doch war und in welche Gefahren sie sich begeben hat...

Parallel dazu trägt der junge Berberfürst seinen eigenen Kampf aus. Zwei Brüder, Zwei Sultäne, eine Feindschaft, ein Krieg der ensteht. Die Osmanen machen gemeinsame Sache mit einem der Sultäne, was für viele Dörfer Angst und Schrecken bedeutet. Dazu kommt eine Familienfehde die dem Ganzen noch eins oben drauf setzt. 

Wie die Geschichte weiter geht und ob Sarah es schafft ihre Vergehen wieder ins Lot zu bringen erfahrt ihr wenn ihr euch das Buch besorgt. 

Ich denke, dieser Einblick macht euch deutlich dass das Buch sehr facettenreich ist und auch einiges in petto hat trotz meiner anfänlichen Kritik.


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