Die Porzellanmalerin


Eine junge Frau hat einen Traum der nicht sein darf. Doch sie nimmt alle Schwierigkeiten auf sich um diesen Traum zu erfüllen. Auf diesem Weg macht sie eine Begegnung die sie nicht mehr loslässt.

Es ist 1750 in Meißen, als Frederike beschließt aus dem Schatten ihres Bruder zu treten und selbst als anerkannte Porzellanmalerin zu arbeiten. Doch trotz Begabung wird ihr ein Strich durch die Rechnung gemacht. Meißen lässt keine Frauen in einem Handwerksberuf zu. Arbeiten an sich ist für Frauen kein Thema, dass hat der Mann zu erledigen. So und nicht anderes sieht es in Frederikes Welt aus. Selbst in ihrer besten Freundin findet sie keine Unterstützung und als die ihr auch noch offenbart plötzlich in ihren intriganten Bruder verliebt zu sein bricht für Frederike etwas zusammen. Ihre Eltern wollen sie auf Teufel komm raus mit einem hässlichen alten Kaufmann verheiraten um ihre Schulden zu tilgen, ihre Freundin hintergeht sie, ihr Bruder ohrfeigt sie und der Porzellandirektor will sie nicht anstellen. Da steht für Frederike fest dass sie gehen muss. Sie holt sich Kleidung bei ihrem Bruder, legt sich einen Plan zurecht und macht sich kurz drauf als Mann verkleidet auf den Weg nach Höchst. Doch dieser Weg ist nicht ganz so einfach zu bewältigen wie sie sich das vorgestellt hat. Das lernt sie prompt bei einem Überfall, den sie dank Carl Bogenhausen relativ unbeschadet übersteht. Doch als ihr Retter sie wieder verlässt, verlässt sie auch erst der Mut. Nach einiger Zeit der Genesung stellt sie sich der Weiterreise und lernt eine obszöne Lady kennen mit einem gutaussendend Italiener im Schlepptau. Sie schließt sich der kleinen Reisegruppe an und muss sich plötzlich einer aufgebrachten Lady gegenübersehen und einem Mann dem sie ihr Herz geschenkt hat, sie aber weg schickt. Irgendwann schafft Frederike es endlich nach Höchst und findet dort eine Anstellung, eine neue Freundin und ein Zuhause. Doch die Erlebnisse und Bekanntschaften der Reise werden sie nicht loslassen und verfolgen sie bis nach Frankreich. In wem sie wohl ihre Liebe findet und ob ihr Geheimnis lange bestehen bleibt?

Abenteuerlich in jeder Hinsicht

Helena Marten hat einen sehr abenteuerlichen Roman geschaffen der im Großen und Ganzen wohl eher als illusorisch zu bezeichnen ist. Alle Handlungen und Erlebnisse, die Charaktere und ihr Verhalten sind zum größten Teil einfach für mich unrealistisch. Schaut man davon ab ist der Roman natürlich sehr schön. Doch nicht nur die unrealistischen Stellen störten mich, sondern auch das bei den einzelen Kapiteln der Sprung mit Monaten oder Jahren nicht deutlich gemacht wurde. Außerdem geht die Autorin kaum auf Szenen ein, lässt alles schwammig und unscheinbar stehen. Auf Handlungen von Nebenfiguren wird kaum eingegangen, obwohl sie wie man später erfährt doch wichtig waren. Charakterisierungen von Personen werden gar nicht vorgenommen. Die Autorin schreibt Wort wörtlich den Charakter der Person auf, stellt diesen aber kaum in Handlung oder Äußerungen da. Das ist ganz klar eine Schwäche von "Die Porzellanmalerin". Für mich persönlich wurde Frederike auch eher unsympathisch dargestellt. Frederike geht strikt ihren Weg und meint immer das ihr alles zufallen muss. Dennoch versucht die Autorin sie ständig als "Oper" hinzustellen, obwohl sie auch bei vielen Punkten einen großen Teil der Schuld selbst trägt. Stellt man das alles hinten an, kann man unter anderem in dem Roman Einblicke in die Kunst der Porzellanmalerei bekommen. Zwar nur sehr oberflächlich, aber für Denkanstößen reicht es. Bei Interesse kann man diese dank Google weiter verfolgen. Wie schon gesagt ist der Roman abenteuerlich, nicht nur wegen der Handlung, sondern auch wegen den offensichtlichen Schwächen der Autorin.


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