Die Insel der Orchideen


Die Schwestern Leah und Johanna reisen mit ihren Eltern nach Asien und stranden in der blühenden Stadt Singapur. Auf Ihrem Weg verliebt sich Johanna in einen jungen Mann und bekommt prompt einen Heiratsantrag. Die jüngere Schwester Leah wird getrieben von ihrem Freiheitstrang und verliebt sich in einen hochrangigen Chinesen. Beide Paare scheinen wenig Zukunft zu haben und noch dazu kommen Schicksalschläge die zu dieser Zeit häufig vorgommen.

Es ist 1856 als die Geschwister Leah und Johanna sich mit Ihren Eltern auf eine Missionarsreise nach China machen. Auf Ihrer Reise lernt Johanna Friedrich von Trebow kennen und lieben. In ihrem Glück übersieht sie die Gefühle die sein bester Freund für sie hegt und das Friedrich sich seiner Abenteuergeschichten bemächtigt hat. Daher nimmt sie auch den kurz darauf folgenden Heiratsantrag von Friedrich mit großer Freude an. Leah dagegen merkt nur abermals das sie mit ihrem Drang nach Gleichberechtigung aneckt. Durch ihren Sturkopf hat ihre Familie viel Nachsicht mit ihr, ganz zum Leidwesen von Johanna die sich rund um die Uhr um ihre Mutter kümmern und bestes tadeloses Benehmen an den Tag legen muss. Leah bekommt dagegen von ihrem Vater viele Freiheiten geschenkt und muss sich um nichts als sich selbst kümmern. Als während der Schiffspassage der Gesundheitszustand der Mutter sich drastisch verschlechtert macht die Familie halt in Singapur. Dort erholt sich die Mutter nur schleppend weshalb der Vater alleine nach China weiterreist um dort Erkundungen einzuholen und um zu entscheiden ob er seine Familie nach China nachholt oder in Singapur bleibt. In China angekommen gerät er geradewegs in die aufkommenden Unruhen und versucht sich heimlich aus dem Land zu schiffen. Auch Friedrich will aus dem Land fliehen, um so schnell wie möglich zu seiner geliebten Johanna zu kommen. Doch er erleidet Schiffbruch und wird von Piraten versklavt. Nun ist es an ihm über sein blümchenhaftes Wesen hinauszuwachsen und sich als Mann zu beweisen. Sein bester Freund versucht in dieser Zeit alles über das Schiffsunglück in Erfahrung zu bringen um seine geliebte aber verlobte Johanna ihren Verlobten wiederzubringen. In der zwischen Zeit macht Leah sich einen Namen als Künstlerin. Sie malt allerdings ausschließlich arme Menschen bei der täglichen Arbeit und keine die Geld bezahlen würden für ein Portrait, womit sie dem angeschlagenen Haushalt unter die Arme greifen könnte. In der langen Zeit in der die drei Frauen ohne Männer wohnen bekommt Johanna neue Aufbahrungen von dem netten Berthold dessen Gefühle sie nicht erwidert. Der Mann gibt sich mit Herz Mühe, stößt aber bei Johanna auf Granit. Bis diese sich überlegt eine vernumpft Ehe einzugehen. Doch Berthold ist einfach kein Glück in dieser Geschichte vergönnt. Auch Leah verfolgt eine Liebe ohne Hoffung. Chee Boon Lee, ist reich, Chinese somit unereichbar und dennoch lieben Leah und er sich. Sie treffen sich heimlich was nicht ohne Folgen bleibt. Ihr Kind, angeblich eine Todgeburt, ihr Geliebter in China. Beide Schwestern hadern mit einem unglücklichen Liebesleben bis Friedrich wieder auftaucht. Sollte nun das Glück von Johanna und Friedrich eine neue Chance bekommen? Und Leah, was wohl aus ihr wird nachdem sie ihr Heim verlassen hat um alleine durch die Welt zu reisen?

So wie die Einleitung vermuten lässt, das sich alles um Leah satt um Johanna dreht ist es nicht. Es ist wie ich finde genau anders rum. Leah wird irgendwann nur noch am Rande genannt und eigentlich dreht sich alles um Johanna. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, was gut ist. Aber Leah hat im Lauf des Buches jegliche Sympathie verloren. Sie wirkt blind, über alle Maßen selbstsüchtig und arrogant. Sie hat durch ihr Verhalten jegliches Mitgefühl verloren. Johanna ist dagegen die größere Sympathieträgerin, aber auch ihre Entscheidungen lassen an ihr zweifeln. Was dafür überaus gut gelungen ist sind die Darstellungen von Singapur, geschichtlichen Naturkatastrophen die passend im Buch mit eingebunden werden und das ganze Leben zwischen den Menschen und Kulturen. Auch die Fakten über die Krone und dem chinesischen Kaiserreich sind wie ich finde interessant und gut ausgearbeitet. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil einfach alles wichtig und interessant zu sein scheint. Lange Pausen, aufhalten mit Nichtigkeiten sind in dem Buch Fehlanzeige. Es fesselt und nimmt einen mit nach Asien. Man erwacht erst wieder wenn man die letzte Zeile im Buch gelesen hat und fragt sich, "war das jetzt wirklich schon das Ende?" Taucht selbst ein!


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