Die Farbe der Pfefferblüte


Die Farbe der Pfefferblüte ist ein traumhaftschöner Roman von Laila El Omari der an die Geschichte von Ana anknüpft. Das Geschehen spielt vor der Kulisse Brasiliens, Portugals und Englands. Es umfasst die Themen Liebe, Kultur, Seefahrt und Sklaverei und konnte mich so sofort fesseln.

Catarina ist die uneheliche Tochter eines Portugiesen und wurde durch unglückliche Umstände nach Brasilien zu ihrem Onkel verfachtet, wo sie ein Leben in völliger Abgeschiedenheit führt. Ihre jugendliche Unschuld und der Mangel an sozialen Kontakten lässt sie dann auch bei einem Seefahrer unvorsichtig werden, was nicht ohne Folgen bleibt.

Es ist 1624 in Brasilien. Die junge Catarina da Silvera hat keinen leichten Stand. Als uneheliche Tochter eines portugiesischen Adligen gebührt ihr zwar Respekt, aber durch zweifelhafte Herkunft auch nicht gerade mehr. So wird sie auch, nach dem ihr lieber Vater heiratet, zu ihrem Onkel nach Brasilien geschickt, da die Ehefrau ihres Vaters sie nicht haben möchte. Catarina lebt nun in Olinda auf der abgeschiedenen Zuckerrohrplantage ihres Onkels. Wie überall in den Kolonien setzt ihr Onkel auch Sklaven aus Afrika ein, die wie Waren behandelt werden. Zu allem Überfluss ist der erste Vorsteher der Plantage ein brutaler Mensch im Umgang mit den Sklaven. Catarina ist mit einer starken Persönlichkeit gesegnet und mit einem gesunden Gleichberechtigungssinn. Zwar weis sie das sie allein es nicht schaffen kann die Sklaverei zu beenden, aber dennoch versucht sie sich mit aller Macht für diese Menschen einzusetzten. Ihr Onkel ist davon zwar wenig begeistert, denn das wirken seiner Nichte sorgt immer wieder für Streiterein mit seinem Vorsteher, aber er ist auch kein Mensch der Andere unnötig Schinden will. 

Als Tochter eines Adligen lebt Catarina seit jeher abgeschieden, denn die Männer vom Stand achten mit Argusaugen auf ihre Frauen. So ist Catarina eine gefangene auf der riesigen Plantage. Ihr öder Alltag wird je interessanter als der junge Seemann Jeremy Glanville auf Olinda strandet. Sein englisches Schiff ist in einem Sturm in Not geraten und von seiner Flotte getrennt worden. Aus Not steuerte die Crew die portugiesische Insel an, trotz politischer Spannungen. Jeremys Glück ist das die da Silvera sich an den Familienzweig aus England erinnern und ihm Gastfreundschaft anbieten, wodruch sein Schiff im Hafen bleiben darf. Catarina beginnt während des Aufenthaltes von Mr. Glanville für ihn zu schwärmen. Er sieht gut aus, hat Manieren und eine ähnliche Einstellung zur Sklaverei wie sie. Als Jeremy Catarina in einem unbeobachteten Moment näher kommt lässt die junge Catarina sich in ihrer Unerfahrenheit und Naivität völlig auf ihn ein. Sie träumt von einer Hochzeit von einem Leben in England und da ist es schon passiert. Jeremy, der nur auf ein Abenteuer aus war, merkt das sie Jungfrau ist, sagt ihr dann auch noch das seine Verlobte auf ihn wartet und dass das ein Versehen war. Catarina ist außer sich und stellt nach seiner Abreise auch noch fest das sie schwanger ist. Nun muss sie sich ihrem Onkel und ihrem Vater gegenüber sehen und Beichte ablegen. Durch dieses Ereignis tritt eine Welle los die auch Jeremy nicht erwartet hätte.

Wo die Liebe hinfällt.

Ab hier wird es ziemlich schwer eine Bewertung zum Buch zu verfassen und dennoch nicht zu viel zu verraten.

Wer die Farbe der Pfefferblüte liest wird ständig überrascht. Eigentlich kennt man Bücher die in dieser Epoche spielen eher so das Frauen sich Männern zu fügen haben und irgendwann vielleicht auflehnen. In dem Buch von Laila El Omari sieht das jedoch anders aus. Während die Männer im Der Duft der Muskatblüte eher sturr, arrogant und traditionsbewusst waren, ist die neue Generation wesentlich toleranter und nachgiebiger im Umgang mit ihren Frauen. So auch Catarinas Vater und Onkel. Denn als ihr Onkel von der Schwangerschaft erfährt reagiert er anders als man erwartet und ihr Vater spricht Worte aus die man von den Männern im ersten Teil niemals hören würde. Jeremy seinerseits wirkt zwar nach dem Stelldichein mit Catarina wie ein Schuft, wird aber ab dem Zeitpunkt wo er wieder zu seiner Flotte trifft immer symatischer. Sein Charakter könnte zwar etwas mehr männliche Härte vertragen, aber nichtsdestotrotz verdient er auch Mitgefühl. 

Als ich begann den Roman zu lesen, habe ich mich darauf eingestellt etwas über die nächste Generation erfahren. Also über André, Lea, Sebatiano und wie die Kinder von Alessandro und Ana noch alle hießen. Doch in diesem Buch ging die Autorin noch weiter. Alessandro und Ana leben schon lange nicht mehr und ihre Kinder sind auch fast alle verstorben. Diese Erkenntnis schmälerte das Buch für mich im ersten Augenblick erheblich. Doch das war Unsinn, denn das Buch ist einfach wirklich gut geschrieben. Es wird auf langes Blabla verzichtet, die Figuren sind erstaunlich gut charakterisiert und es werden zudem Einblicke in die politischen Verhältnisse im 17. Jahrhundert gewährt. Ich war so gefesselt von dem Buch das ich es kaum weglegen konnte und es auch in windeseile durchgelesen habe. Die überraschenden Wendungen im Buch machten es so spannend und interessant. Alles in allem kann ich Die Farbe der Pefferblüte nur weiterempfehlen.

Einzige Kritik: das Wort "Hernach" ist absolut nicht mein Fall und störte mich persönlich immer wieder.


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