Das Haus der blauen Schmetterlinge


Prinzessin Elsa wird durch ihre Heirat in einen Strudel voller Unglück und widersprüchlichen Glück gezogen. 13 Jahre vergehen in dem das Leben einer verstoßenen Prinzessin sich zu einer angesehnen Kaiserin wandelt. Doch als der 2. Weltkrieg ausbricht zwingt dieser auch eine Kaiserin in die Knie.

Prinzessin Elsa Fa'alua ist ein klassisches Aschenputtel aus dem Jahr 1932. Als Südsee Prinzessin geboren hat der Titel noch nie etwas Gutes für Elsa bedeutet. Ihre Mutter heiratete einen nicht standesgemäßen deutschen Seefahrer, der auch nach seinem Tod den Beiden wie ein Marcel anhängt. Elsas Mutter zieht mit ihr wieder an den Hof, dort Leben sie als ausgestoßene. Als Elsas Mutter stirbt fällt auch die letzte nette Person aus Elsas Leben weg. Sie ist einsam und wird von allen gemieden. Als dann ein junger Handelsmann am Palast auftaucht und nett zu Elsa ist, verfällt sie ihm in Kürze. Er holt sie weg von der unliebsamen Verwandtschaft und öffnet ihr die Türen in eine neue Welt. In Port Rabaul muss ihr Gatte erst noch einige Geschäfte erledigen bis er mit ihr nach Deutschland reisen kann. Doch ihr Mann versinkt in Spielschulden und Elsa sieht nur noch die Lösung darin die Eltern ihres Gatten zu kontaktieren. Ein fataler Fehler. Über Nacht verschwindet Henning spurlos auf einen Dampfer Richtung Deutschland. Völlig mittellos bleibt Elsa zurück. Als Mischling wurde sie als Frau eines Weißen geduldet, als Verstoßene des eigenen Mannes ist Elsa in den Augen der Weißen nichts mehr Wert. Doch Elsa will nicht aufgeben, und Henning nachreisen. Doch als sie in Deutschland ankommt erwartet sie keine gute Nachricht. Zurück in der Südsee hat Elsa die Wahl wieder Krankenschwester bei dem örtlichen Arzt zu sein oder ins Haus eines obszönen Engländers. Sie entscheidet sich für letzteres und beginnt damit von einer Prinzessin zu einer Kaiserin zu wachsen. Doch die Liebe hängt ihr nach und findet erst 13 Jahre nach Henning wieder festen Boden.

Ich habe mir das Buch ganz anders vorgestellt.

Sarah Benedict hat einen wirklich interessanten Roman geschaffen. Mit "Das Haus der blauen Schmetterlinge" wird das Leben einer Mischlingsprinzessin beschrieben. Elsa gehört in keine Welt und jeder lässt sie das spüren. Liebe und Zuneigung sind ihr fremd. Da ist es kein Wunder das sie sich wie eine Ertrinkende an jeden klammert der ihr dieses Gefühl vermittelt nach das sie sich so sehr sehnt. Ein Jahrhundert zuvor wäre Elsa als Hure abgestempelt worden und hätte viel Geld niemals besitzen können. Doch sie hat Glück, Liebschaften, Geld und die Mittel um Alkohol und Opium zu sich zu nehmen. Sie zerfällt, hat einfach kein Glück. Niemand sieht richtig hin, hilft ihr oder unterstützt sie. Alle sehen immer nur ihre Fehler und ihre guten Seiten werden verschleiert. Der Krieg lässt Sichtweisen zusätzlich verzerren, und ihr Weg in die Strafkolonie scheint für die meisten eine Genugtuung zu sein. Erst Jahre später erkennen manche ihre Fehler und ihre Voreingenommenheit. Was verzwickte Lagen angeht und wie man einen Menschen Fallen und wieder Aufstehen lassen kann beherrscht Sarah Benedict. Doch Passagen zu Gewalt oder Intimität werden einfach gestrichen. Als Leser weis man zwar was passiert, doch Romane die sich trauen es auch auszusprechen machen bei mir das Gewisse etwas aus. Die Landschaftsbeschreibungen und der Lebensstil der höheren Gesellschaft der Südsee werden anschaulich geschildert. Wer etwas verruchtes aus dem Jahr 1940 zu lesen haben möchte ist hier richtig. 


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