Der Duft der Muskatblüte


Ana, eine portugiesische Adelige, läuft ihrem Verlobten davon und begibt sich dabei auf eine gefährliche Reise nach Indien. Ihr Plan unbemerkt auf einem Schiff ihres Bruders mitzureisen geht nicht auf. In Indien angekommen sieht ihr Unterfangen immernoch auswegslos aus bis sich unerwarteterweise ihr Ziehbruder zur Seite stellt.

Es ist 1545 als Ana voller Verzweiflung beschließt ihrem Verlobten Luis davonzulaufen. In der Welt der Adeligen eine echte Schmach für Luis. Doch Ana hat Angst vor ihm und keiner will ihr Glauben, werden ihre Ängste doch nur als kindisch und als ehescheu abgetan. Voller Verzweiflung geht sie mit Hilfe von Jaume, Soldat auf dem Schiff ihres Bruders und guter Freund aus Kindertagen, auf das Schiff ihres Bruders Alessandro der eine Indienflotte kommandiert. Sie versteckt sich im Kielraum und wird von Jaume heimlich versorgt. Die Seetage sind lang, kalt, feucht und dunkel. Doch Ana hält durch bis eines Tages die Flotte in einen Strum gerät. Alessandro findet seine Schwester im Kielraum, halb ertrunken und entkräftet. Nachdem der Sturm überstanden ist bestraft Alessandro den Schuldigen für Anas aufs Schiff kommen. Hundert Hiebe mit der Peitsche sind die Strafe - warum nimmt ein Mann so etwas in Kauf? 

Ohne größere Schwierigkeiten schafft die Flotte dann den Weg bis nach Indien. In Goa angekommen wendet sich für Ana nichts zum Besseren. Eingesperrt und mit der Aussicht von ihrem Bruder wieder nach Lissabon verschifft zu werden verbringt sie die Monate in Indien ohne Kontakt zu Andern. Am letzten Tag ihres Aufenthalts in Goa stellt sich Geoffrey, der Ziehsohn ihres Vaters der später die Verwaltung in Goa übernommen hat, ihr zur Seite. Mit einem heimtückischen Plan legen sie Alessandro rein, was zur Folge hat das Ana Geoffrey heiraten muss und in Indien bleiben kann. Nun ohne Familie in einem fremden Land und einem Ehemann der wie ein Bruder mit ihr groß wurde, steht Ana auf sich alleine gestellt da. Ob sie ihn je lieben lernen kann? 

Alessandro ist voller Zorn auf dem Rückweg nach Lissabon mit einem Geschwisterpärchen an Bord. Noelia, noch Jungfrau, versucht Alessandro zu verführen, um ihn so abzulenken damit ihr Bruder Seekarten stehlen kann. Die ganze Sache fliegt natürlich auf, aber ihr Bruder nimmt die Sache auf sich. Noelia hat ab da allerdings keinen leichten Stand auf dem Schiff bis in einer Spannung von Liebe, Verrat und Leidenschaft Alessandro und Noelia zueinander finden. Diese Liebschaft bleibt nicht ohne Folgen, aber Noelia behält dies für sich da Alessandro, der voller Pflichtbewusstsein strotzt, sie in Lagos vom Schiff schickt um sich ihrer zu entledigen. Ohne Bruder und Ernährer steht sie nun auf sich alleine gestellt da. 

Die Jahre vergehen und während Alessandro eine standesgemäße Patie findet, heiratet Luis Anas Cousine Lucia. Die Frau ist genauso eingeschüchtert von Luis wie Ana damals, stellt sich aus Angst der Ehe dennoch und gebärt Luis viele Kinder. Auch Rui, Vetter von Alessandro und bester Freund von Geoffrey, findet eine Frau die ihm viele Kinder schenkt. Überall ist für einen Stammhalter gesorgt, nur Alessandros Frau leidet unter Fehlgeburten. Während jeder seiner Frau mit Liebe oder zumindest einem gewissen Maß an Aufmerksamkeit entgegenkommt benimmt sich der überaus sturre Alessandro seiner Ehefrau gegenüber schrecklich. Schuld an der Kinderlosigkeit gibt er ihr keine, dennoch lässt er sie spüren wie wenig sie ihm bedeutet. 

Interessante Familiengeschichte

Der Klappentext ist für meinen Geschmack sehr einfälltig gehalten, lässt es den Leser doch im Glauben das Geoffrey ein Bösewicht ist und die Geschichte mehr in Indien als in Lissabon spielt. Auch scheint der Fokus auf Ana zu liegen, doch in Wahrheit konkurrieren Alessandro und sie um den ersten Platz im Buch. Auch Noelia, ihr Kind, Geoffrey und Rui haben Rollen die nicht im Nichts verschwinden. Das Buch ist eine Geschichte über Verflochtenheiten der portugiesischen Adeligen und im besonderen der Familie Silveira. Es erzählt über die absolute Sturrheit eines Mannes und wie es die Familie zerstören kann. Zwar ist die Liebesgeschichte um Alessandro durchaus schön, und auch die Leidenschaft zwischen ihm und Noelia am Bord des Schiffes haben ihren Reiz, aber seine Art, Verhalten und diese Uneinsicht, und das fehlende Vertrauen in seine Schwester könnten einen rassend machen. Das die Geschichte mit Luis ein doch recht unspektakuläres Ende nimmt hätte ich nicht gedacht und auch an sich ist Ana am Ende nur noch am Rande von Bedeutung. In diesem Sinne bin ich gespannt wie sich der zweite Teil macht und in wie fern vielleicht Fragen von diesem Teil im nächsten beantwortet werden. 

Die geschichtlichen Eindrücke und Genauigkeiten sind interessant, aber machmal nicht so harmoinsch ins Buch integiert. Dafür ist am Ende des Buches eine Chronologie aufgeführt in der alle echten Ereignisse noch einmal in Stichpunkten geschildert werden. Auch Begriffe des portugiesischen und nautischen sind aufgeführt. Persönlich wurde mir das Wort "Hernach" irgendwann lästig, auch divers Fehler in der Rechtschreibung sind relativ häufig vorgekommen und ich bin partu niemand der da normalerweise sich zu Wort meldet - mach ich selbst ja beim Tippen oft genug. Auch die fehlenden Details bei Liebschaften haben mich etwas gestört. Ich mag es wenn Autoren kein Blatt vor den Mund nehmen und auch die Liebe beschreiben. Doch bei vielen Autoren hat man das Gefühl das sie selbst ihr Buch runter heben wollen in dem sie Liebesdetails mit einem Absatz schließen.

Das Ende des Buches hat mir zwar nicht so zugesagt, aber alles in allem war "Der Duft der Muskatblüte" dennoch ein Buch das ich gerne in der Hand gehalten habe um es zu lesen.


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